Liste21-KandidatenInnen 2009

Die Konzeption der Liste21 im sozialen Bereich:


Bitte denken Sie vor einem evtl. Ausdruck an die Umwelt -für jeden Druckvorgang verbrauchen Sie: Strom - Toner/Tinte - Papier.   Deshalb stellt die Liste21 Ihr Gesamt-Konzept als I-Paper zur Verfügung.  Wir bedanken uns für Ihr Veständnis!


Wir übernehmen soziale Verantwortung, indem wir…

...  kinder-, jugend- und familienfreundlich handeln!

            … uns um die Anliegen der Senioren kümmern!

            ... Integration fördern!

            … Vereine und Ehrenamt stärken!

 

 

Wir übernehmen soziale Verantwortung,…

... indem wir  kinder-, jugend- und familienfreundlich handeln!

                                                                                                              

Bildung und Betreuung haben in Brackenheim einen hohen Stellenwert. In den letzten Jahren wurden sichtbare Fortschritte gemacht. Diese waren mit hohen Investitionen verbunden, wie z.B. dem Bau einer neuen Kindertagesstätte im Schulzentrum, in der Krippenkinder und Kindergartenkinder gleichermaßen betreut werden können. Für alle städtischen Kindergärten wurde ein gemeinsames Qualitätskonzept entwickelt, das kontinuierlich implementiert,  weiterentwickelt und evaluiert werden soll.

Die flächendeckend eingeführte Schulsozialarbeit an den Grundschulen unterstützt den Erziehungsauftrag von Eltern und Lehrkräften.

Ehrenamtliches Engagement auf allen Betreuungs- und Bildungsebenen leistet einen wichtigen Beitrag. Beispielhaften Modellcharakter hat dabei das 2009 initiierte Projekt FamilienPartner gewonnen. Zahlreiche Ehrenamtliche widmen sich dabei der Unterstützung der Brackenheimer Familien von der Geburt eines Kindes an. Initiiert und finanziert vom Kiwanis-Club Brackenheim/Zabergäu e.V. und fachlich betreut von der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn sowie unterstützt von der Lokalen Agende Brackenheim hat dieses Projekt in den letzten Jahren eine ungeheure Akzeptanz in den jungen Familien und der gesamten Bürgerschaft erfahren. Als besonders förderlich für das Projekt hat sich die Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen mit einer festangestellten Projektkoordinatorin erwiesen, der es gelungen ist, die verschiedenen Brackenheimer Institutionen, Projekte, Einrichtungen, die sich mit den Bedürfnissen von Familien beschäftigen,  in einem Netzwerk zusammenzufassen.

  

 

Vor diesem Hintergrund und auf der Grundlage des Stadtentwicklungsplanes 2025 fordern wir die Fachstelle für Erziehung und Bildung, die folgende Ziele und Aufgaben umsetzen soll:

 

  • Eine breite Informations- und Aufklärungskampagne für eine Erziehung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen orientiert
  • Beratung und Unterstützung von Familien in Fragen der Erziehung, Versorgung und Gesundheit, auch für Eltern von Kindern unter drei Jahren
  • Verankerung von Programmen der Elternbildung an allen Kindergärten, Kindertageseinrichtungen und Schulen zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz
  • Vernetzung der Förder-, Bildungs- und Betreuungsplanung zwischen Kindergärten, Schulen, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit und Jugendhilfe
  • Aufbau tragfähiger Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Schulen und Eltern
  • Einrichtung eines Jugendbüros zur Information und Beratung in Ausbildungsfragen, zur Vernetzung der Schulen mit örtlichen Ausbildungsbetrieben, Anbahnung von Ausbildungsverhältnissen, Durchführung einer Ausbildungsbörse, Koordinierung von Ausbildungspatenschaften, Dialog zwischen Jugendlichen und dem Gemeinderat
  • Stärkung und Ausweitung der Maßnahmen zur Sprachförderung in Kindergarten und Grundschule
  • Einbeziehung des Runden Tisches in die o.g. Planungen
  • Professioneller Aufbau eines Netzwerkes „Brackenheimer Familienportal“ mit:
    Adressen zu allen Kindergärten /Schulen mit deren Schwerpunkten/Charakteristika/Links
    Adressen zu allen Vereinen, Institutionen
    Adressen Jugendhilfeeinrichtungen, Ärzten, Therapeuten, Agenda-Gruppen,  etc. 

Inhaltlich ähnelt der Aufbau des Portals der vorhandenen Broschüre „Familienatlas“. Das Portal erlaubt aber die fortlaufende Aktualisierung der Ansprechpartner, Programme und Veranstaltungstermine. Das Portal muss nutzerfreundlich aufgebaut sein. Ein hoher Aufwand ist beim Aufbau des Portals, ein wesentlich geringerer bei der Pflege zu erwarten.

 

Ein weiteres Ziel muss die Weiterentwicklung der bestehenden Betreuungsangebote an den Kindergärten sein durch

  • einen erhöhten Personalschlüssel in den Kindergärten, d.h. kleinere Gruppen
  • die Vertiefung der Qualitätsstandards in den Kindergärten, Weiterqualifizierung des Personals insbesondere in Bezug auf Elternarbeit und Elternbildung
  • den Einsatz von Erziehern und Erzieherinnen mit Migrationshintergrund

 

 

Im Sinne nachhaltiger Wirkung der Erziehungs-, Betreuungs- und Förderarbeit der Kindergärten befürwortet die Liste21 den verpflichtenden Besuch des Kindergartens ab dem 3. Lebensjahr.

 

Im schulischen Bereich setzt sich die Liste 21 für die Stärkung der Grundschulen in den Ortssteilen ein. Der Ausbau der Theodor-Heuss-Schule zur Gemeinschaftsschule ist für unseren Schulstandort unter jetzigen Rahmenbedingungen notwendig. Ganztagesbetreuung und die stete Weiterentwicklung des Mensaangebotes sind Zeichen einer familienfreundlichen Kommunalpolitik.

 

In der Altersgruppe der Jugendlichen muss Brackenheim weitere Angebote erarbeiten. Neben der Schulsozialarbeit und den weiteren Angeboten der DJHN, der Arbeit des Jugendhauses Epizentrum und einzelnen Veranstaltungen gilt den Jugendlichen zu wenig Aufmerksamkeit. Eine geeignete Gastronomie mit Aufenthaltsqualität ist beispielsweise am Ort nicht vorhanden.

Geeignete Projektideen, die in ihrer Gestaltung den Wünschen und Anforderungen der Jugendlichen Rechnung tragen, sollten gemeinsam mit den jugendlichen Vertretern der Schulen und der Vereine gesammelt und mit professioneller Unterstützung, z.B. der o.G. Fachstelle für Erziehung und Bildung, aufbereitet werden.

 

 

Außerdem machen wir uns stark für sichere Freiräume für Kinder und Jugendliche wie

  • flächendeckende Tempo-30 Zonen in den Wohngebieten
  • kinderfreundliche und sichere Schulwege, das heißt breite Gehwege, gut überschaubare Verkehrssituation und durchgängige Radwegespuren
  • die Bereitstellung und Pflege von Einrichtungen wie Bolzplätzen, Spielplätzen, einem Abenteuer-Spielplatz und sonstigen Sport- und Spielflächen für die unterschiedlichen Altersgruppen 
  • WLAN in der Innenstadt

 

 

Wir übernehmen soziale Verantwortung,…

            …indem wir uns um die Anliegen der Senioren kümmern!

 

Die demographische Entwicklung erfordert ein verstärkt generationenübergreifendes Miteinander. Wir setzen uns für den Erhalt der Lebensqualität älterer Menschen ein und fordern

  • eine städtische Infrastruktur, die die Bedürfnisse der älteren Mitbürger berücksichtigt, z.B. barrierefreie, rollator-gängige Gehwege und entsprechende Taktung der Ampelphasen sowie Zebrastreifen z.B. am Schulzentrum und eine Ausweitung der verkehrsberuhigten Zonen in der Innenstadt
  • die Einrichtung eines „Seniorenhauses“ im Sinne eines gemeinsamen Treffpunktes unter professioneller Leitung, mit kulturellen Angeboten, Aktivitäten und Gesprächen -

in Brackenheim gibt es außerhalb des betreuten Wohnens bzw. des Altenheims keinen zentralen Anlaufpunkt für Senioren. Sofern sie nicht über einen funktionierenden Freundeskreis bzw. eine intakte Familienstruktur verfügen, droht eine Vereinsamung der älteren Menschen. 

„Im Süden sitzen die Alten auf der Piazza, treffen sich beim Schach oder Boule im Park oder in den Cafés. Bei uns hocken sie allein in ihren Wohnungen vor dem Fernseher.“

  • den Aufbau eines professionell-betreuten Netzwerkes für Senioren nach dem Beispiel des Brackenheimer Familienportals 
  • die Schaffung von weiteren Plätzen in der Tagesbetreuung gemäß dem tatsächlichen Bedarf in Brackenheim. Hier besteht auch eine gesetzliche Verpflichtung für die Kommune.
  • die Schaffung von generationenübergreifenden Möglichkeiten für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten wie z.B. zentrumsnahe Erholungs- und Spielflächen, kommunale Mitmachgärten, Grünanlagen und Sitzgelegenheiten
  • eine seniorengerechte Ausrichtung von Neubauten und generationenübergreifende Wohnformen
  • die Förderung der Mobilität von Senioren, z.B. durch den Einsatz eines Ruftaxis für Behördengänge oder einen Kleinbus-Shuttle aus den Ortsteilen
  • die kompetente und umfassende Beratung von Senioren im Bürgerbüro,
  • den Ausbau des Präventions- und Gesundheitsangebots
  • den Einsatz für die langfristige Sicherung der medizinischen Infrastruktur (u.a. Erhalt des Krankenhausstandortes Brackenheim) und eine funktionierende Notfallversorgung an Wochenenden und an Feiertagen

 

  

Künftige Generationen werden zunehmend auf „lebenslanges Lernen“ angewiesen sein. Wenn man davon ausgeht, dass hierunter ein auf Gegenseitigkeit beruhender Prozess verstanden wird, bei dem „miteinander voneinander füreinander“ gelernt wird, dann gewinnen die Erfahrungen und Fähigkeiten unserer älteren Mitmenschen ganz besonders an Bedeutung.  Deshalb halten wir den Beitrag, den ältere Menschen im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten leisten, für das Funktionieren unserer Gesellschaft für unverzichtbar. In diesem Sinne unterstützen wir

  • das ehrenamtliche Engagement älterer Menschen, z.B. Mithilfe in der Mensa, Mitwirkung bei der  Hausaufgabenbetreuung, Einbringung beruflichen Könnens beim Übergang Schule - Beruf
  • die Einbindung der Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen z.B. über eine Börse für Know-how oder eine Freiwilligenagentur
  • den Aufbau Engagement fördernder Strukturen für ältere Ehrenamtliche durch die
  • Bereitstellung von Qualifizierungsmöglichkeiten
  • Ermöglichung von Selbstbestimmung und Selbstorganisation
  • kontinuierliche Begleitung durch feste Ansprechpartner
  • Förderung des Erfahrungs- und Gedankenaustauschs der aktiven Senioren
  • verbindliche und klare Einbindung in Organisationsstrukturen
  • Bereitstellung eines Informations- und Beratungsangebots über die Möglichkeiten und Bedingungen des ehrenamtlichen Engagements älterer Menschen

 

  • eine Stärkung der gemeinschaftlichen Infrastruktur in den Teilorten durch

„Dorfläden“ zur Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs sowie als Begegnungsort


  

 

Wir übernehmen soziale Verantwortung,…

                                                            ...indem wir Integration aktiv gestalten!

 

In Brackenheim leben über 60 verschiedene Nationalitäten. Die Beteiligungsmöglichkeiten dieser Mitbürger an der Mitgestaltung des Gemeinwesens sowie ihre Integration in der Gesamtstadt sind eine wichtige Grundlage für ein gelingendes Zusammenleben und ein positives soziales Klima.

 

Deshalb fordert die Liste 21

  •  eine engagierte Migrationsbeauftragte u.a. mit folgenden Aufgaben:
    • regelmäßige Informationsveranstaltungen für Migrationsfamilien über das deutsche Schul- und Ausbildungssystem
    • enge Zusammenarbeit mit der einzurichtenden Fach- und Koordinationsstelle für Erziehung und Bildung
    • Einbindung der Belange der Familien mit Migrationshintergrund in das neu einzurichtende Netzwerk Brackenheimer Familienportal
    • Initiierung von Sprachkursen
    • Gewinnung von Ehrenamtlichen mit und ohne Migrationshintergrund als Mentoren und Begleiter (z.B. bei Behördengängen, Kontakten zu Kindergärten und Schulen usw.) für Migrationsfamilien nach dem Beispiel der Elternmultiplikatoren
    • Förderung des kulturellen Austausches z.B. durch Projekte wie internationaler Frauentreff, Erstellung eines Integrationskonzepts
  • ein aktives Zugehen auf Menschen mit Migrationshintergrund, um sie für die Mitarbeit in der Kommunalpolitik zu gewinnen
  • eine interkulturelle Fortbildung für die MitarbeiterInnen des Bürgerbüros
  • eine weitere Qualitätssteigerung bei entsprechender finanzielle Ausstattung im Bereich der Sprachförderung in den städtischen Kindergärten
  • eine interkulturelle und interkommunale Zusammenarbeit

  

 

Wir übernehmen soziale Verantwortung,…

                                   …indem wir uns für die Vereine und das Ehrenamt stark machen!

 

Vereinsarbeit, ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement sind in einer sozialen Gesellschaft von elementarer Bedeutung. Sie üben eine wichtige Funktion aus im Hinblick auf Werte wie Hilfsbereitschaft, Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit.

Ziele der Liste 21 sind:

  • die Erhöhung der Attraktivität unserer Vereine durch eine Intensivierung der Jugend- und Seniorenarbeit
  • der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Ganztagesschule und Vereinen, um die Nachwuchsförderung zu sichern
  • ein Förderprogramm, welches das Ehrenamt zu einem begehrten Amt macht (siehe oben „Senioren“)
  • die Förderung und Stärkung einer Anerkennungskultur durch die Zertifizierung ehrenamtlicher Leistungen (Ehrenamtspass) und die besondere Berücksichtigung entsprechender Bewerber bei der Vergabe von Stellen
  • eine Neuausrichtung des Tages des Ehrenamtes

Es genügt nicht, Ehrenamt anhand von Mitgliedsjahren/Eigenschaften als Funktionsträger zu messen. Es gibt genügend Beispiele für Ehrenamt, das nicht vereinsabhängig ist.

Jemand, der über Jahre privat Hausaufgabenhilfe leistet, ist sicher ebenso ehrungswürdig wie derjenige, der in einem Verein die Kasse geführt hat. Anerkennungskultur heißt in diesem Zusammenhang auch: Wir brauchen eine neue Systematik, ein neues Vorschlagswesen. Nicht nur Vereine sollten ihre langgedienten Funktionsträger melden können, die Bürgerschaft ist aufgerufen, Ehrenamtliche aus ihrer Mitte zu würdigen. Dazu gehört das persönliche Engagement – und ebenso eine zündende Idee, ein herausragendes Projekt. Auch sollte man überlegen, wie die Jugend besser eingebunden werden könnte: durch die Würdigung besonderer Ehrenamtsprojekte –  z.B. die Arbeit als Jugendbegleiter, die Betreuung von Senioren, den Einsatz bei der Feuerwehr etc. – z.B. mit eigener Kategorie: Jugendpreis!

Stichwort Kategorie: Es wäre z.B. auch möglich, Engagement und Projekte themenspezifisch zu ordnen und die besten Ideen zu prämieren: z.B. Projekte für Kinder- und Jugendliche, für Senioren, für Integration, für Klima und Umwelt, für den Tierschutz, für Kultur  etc.

die Verankerung des  Ehrenamtes im Bewusstsein der Bürger durch die  eine intensivere Kooperation mit Vereinen, Schulen und anderen Institutionen.

Mottotage, wie z.B. „Sauberhaftes Brackenheim“, der Kinder- und Jugendtag, das internationale Begegnungsfest, sind auf die Mithilfe der Bürger, der Schulen, Vereine angewiesen. Entsprechend der oben genannten Kategorien wären weitere Mottotage denkbar, teilweise mit Unterstützung des Landes wie z.B. die „Nachhaltigkeitstage“ am 11. und 12. Juli 2014.

 

  • die Weiterführung des Lokalen Agenda 21-Prozesses.
  • Vereine und Ehrenamt stark machen, heißt in diesem Zusammenhang auch – ein professionell gestaltetes Netzwerk bilden, in dem Aktionen vorgestellt, best-practice-Beispiele angeführt, Ideen verbreitet werden und Kooperationen unterstützt werden können. 

 


An der Fortschreibung der Konzeption im sozialen Bereich haben u.a. mitgewirkt:
Lars Buchner, Katica Schilling, Marliese Hügle, Björn Bofinger, Martina Reese.
Rolf Nikelski, Edmund Zürn und Ralf